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Grundregeln bei Fernsehkomödien

In Komoedien geht man bei einem Schlag auf den Kopf niemals k.o., sondern verliert das Gedaechtnis. Ein weiterer Schlag auf den Kopf bringt das Gedaechtnis zurueck. Liegen sich Frau und Mann aus einem voellig harmlosen Grund in den Armen, so hat genau in diesem Moment der eifersuechtige Ehemann aufzutauchen, der alles missversteht und fuer Zoff sorgt. Kein Hauptdarsteller einer Komoedie darf an Farbeimern, offenen Kanalschaechten oder Hundehaeufchen vorbeigehen, ohne in diese hineinzutreten. Auf Hochzeiten hat der Braeutigam stets den Ring vergessen. Im Hindergrund muss das Lachen von mindestens 50 Leuten sein, obwohl sich im Raum nur 1 Person befindet. Das Lachen sollte immer gleich klingen.

Wohnungen:

Kein Serienheld darf in einer Bude leben, die nicht mindestens dreimal so gross ist wie die, die sich ein normaler Mensch unter gleichen Umstaenden leisten koennte. Der Fernseher hat stehts in der Mitte des Raumes, mit der Rueckwand zum Fernsehzuschauer zu stehen. Hinter dem Fernseher sollte ein Sofa sein, wo eine ganze Elefantenherde platz haette. Das Sofa darf natuerlich den Preis von 6 Monatsgehaelter nicht unterschreiten. Saemtliche Freunde und Feinde wohnen gleich nebenan, so dass sie laufend reinplatzen koennen, um was Lustiges zu erzaehlen, was Boeses anzustellen oder was Peinliches mitzuhoeren.

Familie:

Helden einer Serie heiraten nur Frauen mit 4 Kindern und einer im Haus wohnenden Schwiegermutter, was allein schon spielend Stoff fuer mindestens 100 Folgen hergibt! In Komoedien ist jede Familie verpflichtet, mindestens einen Angehoerigen zu haben, der schwerhoerig, kurzsichtig, schwul oder sonstwie behindert ist und dadurch laufend fuer komische Situationen sorgt! Einer geschiedenen Frau gelingt es unabhaengig von Alter, Aussehen oder Kinderzahl immer, innerhalb von 30 Minuten einen erfolgreichen, sympatischen und gutaussehenden Partner zu finden.

Kinder:

Fernsehkinder duerfen niemals mit Spielzeug werfen, wie am Spiess bruellen, die kleineren Geschwister verdreschen, ihre Eltern hassen oder die Haustiere quaelen. Sie muessen zu jeder Zeit das genaue Gegenteil normaler Kinder sein. Von ihren Eltern werden Fernsehkinder stets als vollwertiges Familienmitglied angesehen und auch von den kompliziertesten Entscheidungen imer um ihre Meinung gefragt. Fernseheltern lassen sich von ihren Kindern tagtaeglich nach Herzenslust beschimpfen, beleidigen und belehren, ohne dass sie den vorlauten Baelgern jemals eine scheuern.

Krankheit und Tod:

Erkrankt ein Held, so wird er mit Blaulicht auf die Intensivstation des besten Krankenhauses gebracht, wo er sofort vom beruehmtesten Professor betreut wird - auch wenn er sich nur das rechte Ohrlaeppchen gezerrt hat.

Stellt ein Seriendasteller an den Produzenten zu hohe Gagenforderungen, so stirbt die von ihm gespielte Figur innerhalb von 30 Minuten an einer toetlichen Krankheit. Stirbt eine Serienfigur an einem Unfall, so ist sie deshalb noch lange nicht tot. Sie kann jederzeit innerhalb der naechsten Woche mit einen neuen Gesicht wieder auftauchen

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