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Entmietung - ganz einfach

Jeder kennt bestimmt das Problem: man wacht morgens auf, und sieht sich plötzlich als stolzer Hausbesitzer, weil irgendeine entfernte Tante nicht mehr unter uns weilt. Ein kleines Vermögen!
Wenn da nicht ...

... die siebenköpfige Familie im zweiten Stock wäre.

Aber, das regelt sich ganz einfach. Auf dem Rechtsweg dauert das natürlich zehn Jahre, aber kein Problem:

In einer Woche ist das Haus mietfrei mit diesem Patentrezept, (das manchmal in Einzelfällen funktionieren könnte) für das der Autor eine schriftliche Erfolgsgarantie gibt. (wer's glaubt, ich hab' da noch einen Gebrauchtwagen ...)

1. Tag: Umfeld präparieren

Gehen Sie in sämtliche Geschäfte der Umgebung, und streuen Sie unauffällig das Gerücht, dass 'in der Wohnung demnächst ein Bordell eröffnet.' Oder auch eine Moschee. Oder beides - eine Bordellmoschee. Zeigen Sie sich besorgt ob der zwielichtigen Gestalten, die so eine Einrichtung in die Gegend zieht. Nicht vergessen: alle zu strengstem Stillschweigen verpflichten! Die Mutter wird sich wundern, warum sie plötzlich nirgends mehr einkaufen kann.

2. Tag: Stimmung im Haus vorbereiten

Stellen Sie sich ihren neuen Mietern vor. Betonen Sie, wie schön es doch ist, so nette Hausbewohner zu haben. Kommen Sie aber nicht allein: leihen Sie sich aus dem Tierheim ein paar entzückende Bulldoggen und Mastinos. Seien Sie aber pünktlich, Sie dürfen den Zeitpunkt nicht verpassen, wenn die Mutter ihren Nachwuchs zum Kindergarten bringt. Beruhigen Sie: „Die tun nichts, die wollen doch nur spielen.“ Auch wenn Sie die niedlichen Köter nur mit Mühe vom zweiten Frühstück abhalten können. Alternativ tun es aber auch ein paar schwererziehbare Bälger aus dem Kinderheim.

3. Tag: Die Renovierung beginnt

Machen Sie darauf aufmerksam, dass ein paar Schönheitsreparaturen am Haus wohl doch mittlerweile fällig sind – auf Kosten der Mieter natürlich. Schließlich profitieren alle davon! Stellen Sie einen großen Presslufthammer samt Kompressor und anderes „nützliches“ Werkzeug in den Hausflur. Machen Sie ein paar Probebohrungen, mittags um zwölf. Geben Sie sich zuversichtlich, dass „die Arbeiten bestimmt nicht länger als zwei Jahre dauern werden.“ Verteilen Sie größere Haufen Bauschutt an strategischen Plätzen wie dem Parkplatz oder vor der Eingangstür.

4. Tag: Jetzt wird’s gemütlich

Das wirkt am Besten, wenn es schön kalt ist, mit Schnee, Sturm und Frost: Die Arbeiten schließen natürlich auch die Strom- und Gasversorgung ein. Unterbrechen Sie beide „zufällig.“ Beschwichtigen Sie Beschwerden mit „in Russland haben wir ganz andere Temperaturen aushalten müssen.“

5. Tag: Die Nachbarschaft einbeziehen

Sorgen Sie für angenehme Nachbarn. Kennen Sie eine Bundeswehrkompanie, die komplett in geselliger Runde feuchtfröhlich ihren Ausstand feiern möchte? Oder die Motorradgang „Blutige Faust“ aus Berlin – Marzahn, die Örtlichkeiten für die Jahreshauptversammlung sucht? Kein Problem, stellen Sie Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung. Ausschweifende Heiterkeit ist ausdrücklich erwünscht.

Hängen sie auch nicht zu wenige Schilder auf: „Toiletten im zweiten Stock. Mehrmals klingeln!“

6. Tag: Unterstützung von außen

Denkt denn keiner an das Wohl der Kinder? Sie schon – melden Sie sich als besorgter Bürger mit einem kurzen Anruf beim Jugendamt. „Mehrere verwahrloste Kinder in der Goethealle 53!“ Das dürfte reichen, um einige Beamte zum Hausbesuch zu animieren. Alternativ geht auch das Arbeitsamt: „Schwarzarbeiter!“, oder das Finanzamt „Steuerflüchtlinge!“ Unübertroffen ist aber noch der Hinweis an die Polizei: „Hier Terrorist Osama! Wir versteckt Bombe in Wohnung Goethealle 53. Müssen beeilen, wenn wollen finden, bevor gibt große Bumm!“ Sehen Sie sich den Großeinsatz der Ordnungshüter aus sicherer Entfernung an.

7. Tag: Das Finale

Heuern Sie einen Nachwuchsschauspieler an, der sich als Mann vom Gaswerk verkleidet. Lassen Sie ihn den Gaszähler in der Wohnung ablesen. Dabei sollte er Sachen murmeln wie „Hier riecht doch was ... Hat auch schon mal bessere Zeiten gesehen ... Na, ob das noch lange gut geht? ... Bedenklicher Grenzwert ... Fliegt sicher alles bald in die Luft.“

Am Nachmittag werden Sie sicherlich die – völlig unerwartete – Kündigung entgegennehmen dürfen.
Willigen sie widerstrebend ein, aber die Kaution behalten Sie selbstverständlich – immerhin ist die Kündigungsfrist nicht eingehalten worden!

Geschickt von Andreas

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